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Neuigkeiten von Dunrobin Castle |
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Aktueller Zeitungsbericht im Hamburger Abendblatt am 21.10.2006

| "Zum zweiten Mal bereits war das mondäne Dunrobin Castle Kulisse für die Verfilmung eines Rosamunde-Pilcher-Romans: Nach "Wintersonne" im Jahr 2003 folgte Weihnachten 2005 mit "Zauber der Liebe" ein weiteres jener enorm erfolgreichen Melodramen der Bestseller- Autorin."
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Sieben Millionen meist ältere weibliche Zuschauer verfolgen im Schnitt die TV-Verfilmungen der Pilcherschen Familiensagen am Sonntagabend im ZDF. Geschichten aus der schottischen "Upper Middle Class" zum Beispiel. Da sorgen innerfamiliäre Zwistigkeiten, Geldgier oder falsche Lieben zunächst für erheblichen Konfliktstoff, am Ende aber siegen Vertrauen, Freundschaft und Zuneigung über allen Unfrieden. Hundertprozentig. In "Zauber der Liebe" leiden und lieben sich unter anderem Franco Nero und Jaqueline Bisset, Lara Joy Körner und Jan Niklas bis zum glücklichen Ende nach zweieinviertel Stunden Filmdrama.
Für den konstanten Erfolg solcher Filme sorgen nicht die Stars und die Geschichte allein. Wie beim "Traumschiff" verzuckern die Filmemacher ihre Märchen für Erwachsene durch die Einbettung in grandiose, vollendet gefilmte Landschaften und sorgsam ausgewählte authentische Schauplätze. Dunrobin Castle zum Beispiel ist im wirklichen Leben das überaus noble und bis heute bewohnte Herrschaftsanwesen der alteingesessenen Herzöge von Sutherland an der Nordostküste Schottlands. Ein neogotisches Märchenschloss mit 189 Zimmern, das gern mit Neuschwanstein verglichen wird und ausführlich besichtigt werden kann inklusive ausgedehnter Gartenanlagen, berühmter Falknerei und hauseigenem Museum. Im Film ist Dunrobin Castle der Familienstammsitz von Countess Lucinda Rhives, die es in ein Hotel verwandelt hat, das mit Anlaufproblemen kämpft. "Wir haben der Crew zwei ungenutzte Zimmer zur Verfügung gestellt", schmunzelt Scott Morrison, "die haben wir dann nicht mehr wiedererkannt, weil sie komplett umgemodelt wurden." Gedreht wurde zudem in mehreren der originalen Prunksäle, auf der Terrasse mit fantastischem Meerblick, den geometrisch angelegten Gärten, dem ausgedehnten Vorplatz. Jede einzelne Szene Tourismuswerbung pur - das freut Scott und andere Schotten ganz gewaltig.
Wie kein anderes Medium haben Kino- und Fernsehfilme den Mythos Schottland in alle Welt transportiert und dabei vermutlich mehr Besucher in den Norden Großbritanniens gelockt als alle kunsthistorischen Highlights zusammen. Den Anfang machte 1983 "Local Hero", zum schottischen Kultfilm schlechthin avancierte drei Jahre später "Highlander - Es kann nur einen geben" mit Christopher Lambert und Sean Connery in den Hauptrollen. Schauplätze: einige der grandiosesten Regionen Schottlands wie die westlichen Highlands, die Hebrideninsel Skye, das erhabene Torridon-Massiv, das Hochtal von Glencoe. Weltberühmt zum Beispiel die Szene, in der Connor McLeod alias Christopher Lambert mit wehender Mähne über die Brücke ins wuchtige Eilean Donan Castle einreitet - Schottland aus dem Bilderbuch.
1995 untermauerten zwei weitere Kassenschlager den wachsenden Stellenwert Schottlands für die internationale Film- und die einheimische Tourismusindustrie. Der Blockbuster "Braveheart" zeigt die bewegende Geschichte des Nationalhelden William Wallace, der im 13. Jahrhundert darum kämpfte, die Engländer aus Schottland zu vertreiben. Mel Gibson drehte das Epos unter anderem in den wilden und einsamen Hochtälern von Glen Nevis und Glencoe, wo dereinst der Hochland-Clan der McDonalds massakriert wurde.
Ein Hochlandheld des 18. Jahrhunderts war Rob Roy McGregor, auf der Leinwand verkörpert von Liam Neeson. Das umwerfende Panorama zu Beginn des Films "Rob Roy" wurde in den Bergen oberhalb von Kinlochleven bei Glencoe gefilmt, das Dorf der McGregors im Glen Nevis aufgebaut. Drummond Castle bei Crieff wurde zur Residenz des schurkischen Duke of Montrose, und Crichton Castle südlich von Edinburgh war die Außenansicht der Spielhölle, in der Rob Roy und Archibald Cunningham ihr finales Duell austrugen.
Auch für manche Szenen in "Harry Potter und der Stein des Weisen" sowie "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" lieferte Schottland fabelhafte Hintergrundbilder. Die Basissequenz für die Verfolgungsjagd zwischen dampfendem Hogwarts-Express und einem fliegenden Ford Anglia entstand oberhalb von Glenfinnan in den westlichen Highlands, gefilmt an, auf und über einem alten Viadukt, der sich mit seinen 21 bis 30 Meter hohen Bögen überaus fotogen über das gesamte Tal spannt. Dieses wiederum gehört zu einer der schönsten Panoramastraßen Schottlands, die sich zwischen Fort William und dem Hafenort Mallaig durch Rhododendrenwälder windet, vorbei führt an den "silbernen" Stränden von Morar und allerlei tolle Ausblicke bietet auf Schären, Buchten, Dünen und Strände. Diese "Straße zu den Inseln" ist auch per Zug erlebbar, zwischen Mai und Oktober faucht der nostalgische "The Jacobite" zweimal täglich über die Gleise - Harry Potter lässt grüßen.
Jüngster Movie-Star auf schottischem Boden: Rosslyn Chapel in Roslin bei Edinburgh. Eine Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, um die sich diverse Legenden ranken. Ihre kunstvollen Steinmetzarbeiten gelten als die schönsten ganz Schottlands, unter anderem enthält sie eine wundervoll gemeißelte Säule (Prentice Pillar), von der es heißt, dass sie ein Lehrling (Apprentice) einst schuf, der deswegen von seinem neidischen Meister mit dem Hammer erschlagen wurde. Manche der Kunstwerke geben Rätsel auf bis heute; sie werden mit den Freimaurern, den Rosenkreuzern und dem Templerorden in Verbindung gebracht. Und selbst der Heilige Gral soll der Sage nach in Rosslyn Chapel verborgen liegen, in einer geheimen Kammer, vielleicht sogar in der "Lehrlingssäule"? Grund genug jedenfalls für Dan Brown, den Höhepunkt seines Bestsellers "Sakrileg" in Rosslyn Chapel anzusiedeln. Ein Schauplatz, auf den folglich auch Regisseur Ron Howard im "Da Vinci Code" nicht verzichten konnte und wollte. |

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